Hildesheimer Sage vom Rosenwunder
Im Jahr 815 nahm Kaiser Ludwig
der Fromme
während einer Reise Quartier in einem Königshof in
Aulica
(Elze). Von dort brach er mit kleinem Gefolge zur Jagd auf.
Plötzlich tauchte vor den Jägern ein weißer
Hirsch auf.
Ludwig gab seinem Pferd die Sporen und setzte ihm nach. Inmitten
dichter Wälder ging es über Berg und Tal. Ein
Flüsschen
wurde gar überquert, dann brach des Pferd
überanstrengt
zusammen und der Hirsch entkam. Völlig erschöpft und
nun
mutterseelenallein stieß Ludwig in sein Jagdhorn, ohne ein
rettendes Antwortsignal seiner Jagdgenossen zu vernehmen. Da nahm er
schließlich sein Brustkreuz mit dem Heiligtum der Mutter
Maria,
das er ständig bei sich trug, hängte es an die Zweige
eines
Strauchs, kniete davor nieder, um inbrünstig zu beten.
Ermattet
schlief er daraufhin ein. Als er nach Stunden erwachte, sah er
verwundert den Platz mit Schnee bedeckt, während sonst alles
grünte. Sein Kreuz hing in den Zweigen eines
blühenden
Rosenstrauchs. Als er es an sich nehmen wollte, wurde es mit aller
Kraft festgehalten. Ein Wunder war geschehen. Da gelobte der Kaiser, an
dieser Stelle eine Kapelle zu errichten. Gleich darauf hörte
er
Jagdhörner, sein Gefolge fand ihn schließlich und
hörte
aus des Kaisers Munde erstaunt von dem Rosenwunder. Ludwig
ließ
schließlich an jener Stelle ein Kirchlein errichten. Daraus
entstand der Hildesheimer Mariendom, an dessen Mauern noch immer der
Rosenstrauch wächst.