DDas ursprünglich im Jahr 1529 gebaute
Knochenhaueramtshaus ist
das bekannteste Fachwerkhaus in Hildesheim. Es war das Gildehaus der
Fleischer (Knochenhauer). Wie die Zunfthäuser der anderen
Hildesheimer Handwerkervereinigungen steht das zur deutschen
Renaissance zählende Gebäude am Marktplatz,
gegenüber
dem Rathaus. Durch die repräsentative Gestaltung der Fassade
wird
das Knochenhaueramtshaus gelegentlich als das schönste
Fachwerkhaus der Welt bezeichnet.[1] Neben der Nutzung als Verkaufsraum
wurden die Kellergewölbe als Lagerraum verwendet. Im ersten
Stock
wurden Sitzungen der Gilde abgehalten, und im Obergeschoss waren
weitere Vorratsräume sowie Wohnungen untergebracht.
Das 26 Meter hohe Gebäude wurde bei der Bombardierung
Hildesheims
am 22. März 1945 vollständig zerstört.
Obwohl es selbst
nicht von Bomben getroffen worden war, wurde es von dem Brand erfasst,
der nahezu die gesamte Innenstadt vernichtete.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde seit 1962 an seiner Stelle das
„Hotel Rose“ nach Entwürfen des
Architekten und
Hochschullehrers Dieter Oesterlen (1911-1994) gebaut. Das
Knochenhaueramtshaus galt vielen Hildesheimer als das Symbol
Alt-Hildesheims schlechthin, und so blieb der Wunsch nach seiner
Wiederherstellung stets lebendig. Die Chance dazu bot sich in den 80er
Jahren, als das Hotel Rose in Konkurs ging. Im selben Zeitraum plante
auch die Hildesheimer Stadtsparkasse einen Neubau ihres Hauptsitzes auf
der Südseite des Marktplatzes. Die Hildesheimer nutzten diese
Gelegenheit und beschlossen, den historischen Marktplatz komplett
wieder aufzubauen. Im Gegensatz zu den Häusern auf der Nord-
und
Südseite des Platzes, von denen nur die Fassaden rekonstruiert
wurden, wurde das Knochenhaueramtshaus ab 1986 im traditionellen Stil
rekonstruiert. Hierzu wurden 400 Kubikmeter Eichenholz verbaut und
über 4.300 Verbindungen mit ca. 7.500 Holznägeln
hergestellt.
Die originale Dekoration der Windbretter auf der dem Marktplatz
abgewandten Nordseite war nicht genau dokumentiert und konnte daher
nicht rekonstruiert werden. Sie wurden stattdessen mit modernen
Malereien besetzt, die Krieg und Zerstörung versinnbildlichen.
Heute beherbergt das Gebäude unter anderem das Hildesheimer
Stadtmuseum. In einer Umfrage des NDR 2006 wurde es von den Zuschauern
als schönstes der „100 schönsten
Gebäude“ im
Sendegebiet gewählt.